{"id":462,"date":"2015-05-15T22:16:58","date_gmt":"2015-05-15T20:16:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.segunda-feira.de\/?p=462"},"modified":"2019-06-23T11:25:04","modified_gmt":"2019-06-23T09:25:04","slug":"was-mache-ich-hier-eigentlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.segunda-feira.de\/?p=462","title":{"rendered":"Was mache ich hier eigentlich?"},"content":{"rendered":"<p>Ich blicke in den sternenklaren Nachthimmel und frage mich: Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich hier? Was um alles in der Welt hat dazu gef\u00fchrt, dass ich jetzt hier sitze und das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kreuz_des_S%C3%BCdens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kreuz des S\u00fcdens<\/a> am Himmel suche?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segunda-feira.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Constellation_Crux.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-485\" src=\"http:\/\/www.segunda-feira.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Constellation_Crux.jpg\" alt=\"Constellation Crux\" width=\"512\" height=\"343\" srcset=\"http:\/\/www.segunda-feira.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Constellation_Crux.jpg 512w, http:\/\/www.segunda-feira.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Constellation_Crux-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.segunda-feira.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Constellation_Crux-448x300.jpg 448w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>\u201eConstellation Crux\u201c von Till Credner &#8211; Eigenes Werk: AlltheSky.com. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 \u00fcber Wikimedia Commons &#8211; http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Constellation_Crux.jpg#\/media\/File:Constellation_Crux.jpg<\/em><\/p>\n<p>Einfach ausgedr\u00fcckt lautet die Antwort: Weil ich Angst habe, etwas zu verpassen. Kompliziert ausgedr\u00fcckt: Um handlungsf\u00e4hig zu bleiben, kommt irgendwann jeder Mensch an den Punkt, seinen Glauben zu einem Wissen zu \u00fcberh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Wissen und Glauben sind f\u00fcr mich zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Begriffe. Glaube f\u00e4ngt da an, wo Wissen aufh\u00f6rt. Wissen ist objektivierbar, was naturwissenschaftlich so viel bedeutet, dass es so lange f\u00fcr alle Menschen g\u00fcltig ist, bis jemand es widerlegt. Glaube hingegen ist immer subjektiv. Was wir nicht wissen, m\u00fcssen wir glauben. Damit ist der Glaube ein grundlegender Teil unseres Lebens. Jeder Versuch jedoch, Glauben als objektives Wissen zu \u00fcberh\u00f6hen, scheitert kl\u00e4glich an der Definition von Wissenschaft.<\/p>\n<p>Venus, Jupiter und Saturn gab es schon lange, bevor wir wussten, dass sie Planeten sind. Sie waren f\u00fcr unsere antiken Vorfahren G\u00f6tter, weil sie keine andere Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Himmelsgestirne hatten. Wenn wir etwas nicht wissen, dann malen wir uns die wei\u00dfen Stellen in unserer Wissenslandkarte einfach bunt. Mit unserem heutigen Wissen bel\u00e4cheln wir die religi\u00f6sen Vorstellungen der Griechen und R\u00f6mer. Wer wei\u00df, vielleicht erfindet in n\u00e4chster Zukunft jemand die Unsterblichkeit. Dann bel\u00e4cheln unsere Nachfahren unsere heutigen Versuche, den Tod mit Jenseits, Wiedergeburt oder Erl\u00f6sung und \u00dcbergang ins Paradies zu glorifzieren, um diesem abrupten und v\u00f6llig asozialem Ende der individuellen Existenz den Schrecken zu rauben.Vielleicht werden diese Menschen dann eher besorgt sein um das \u00dcberleben der Menschheit als Ganzes. Einer Frage, der wir uns heutzutage viel intensiver zuwenden w\u00fcrden, w\u00e4ren wir vernunftgesteuerte Wesen. Doch soweit sind wir noch nicht. Und so muss sich jeder Mensch selbst die Frage stellen, was er mit seiner begrenzten Lebenszeit anf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Leben im Allgemeinen und Besonderen etwas Wunderbares ist. Wenn ich nachts in den Sternenhimmel sehe, wei\u00df ich, dass es dort unglaublich viel lebensfeindliche Leere und K\u00e4lte, t\u00f6dliche Strahlung und Hitze sowie unvorstellbare Gezeitenkr\u00e4fte gibt. Das Universum ist zu einem \u00fcberw\u00e4tligenden Teil ein verdammt unwirtlicher Ort f\u00fcr Leben auf Basis von fl\u00fcssigem Wasser und Eiwei\u00dfmolek\u00fclen. Noch erstaunlicher ist, dass sich diese Molek\u00fcle \u00fcberhaupt soweit organisieren konnten, dass nun ein Fleischklopps aus an sich toter Materie ein Bewusstsein hat und mit diesem Bewusstsein die Sterne und die eigene Einzigartigkeit erkennen kann. Das ist ein Wunder. Ob dieses Wunder einen Sinn hat, dar\u00fcber l\u00e4sst sich streiten. Ein einziger kosmischer Zufall wie ein gro\u00dfer Asteroid mit einem Durchmesser von nur 10 bis 20 Kilometer oder das Ausbrechen eines Supervulkans k\u00f6nnten bereits in naher Zukunft alles Leben auf der Erde vernichten. In circa 3-4 Milliarden Jahren ist es eh soweit. Ab dann geht unserer Sonne der Brennstoff f\u00fcr die Fusion von Wasserstoff zu Helium aus und sie wandelt sich zu einem roten Riesen, wobei die Erde von ihr verschluckt wird. Sp\u00e4testens zu dieser Zeit gibt es auf der Erde keine Wesen mehr, die nach dem Sinn des Lebens fragen k\u00f6nnten. Astronomie und Geologie k\u00f6nnen sehr desillusionierend sein.<\/p>\n<p>Doch wenn man das Leben beobachtet und seine Entwicklung \u00fcber die Zeitalter betrachtet, dann kann man ein gemeinsames Ziel des Lebens erkennen: die Eroberung von Lebensraum. Wir sind die ersten Lebewesen auf diesem Planeten, welche die Begrenztheit des Lebensraumes und der Lebenszeit auf der Erde erkannt haben. Wenn es einen Sinn der Entwicklung unseres Bewusstseins und unseres logischen Denkens gibt, dann der, dass wir unsere F\u00e4higkeiten einsetzen, um nach M\u00f6glichkeiten zu suchen, das Leben auf andere Planeten auszuweiten. Das ist mein Credo. Das Leben ist ein einzigartiges Wunder. Es zu erhalten und auszuweiten ist der Sinn allen Lebens. Anstatt in Nationalismus und Territorialk\u00e4mpfe um den f\u00fcr eine wachsende Bev\u00f6lkerung immer kleiner werdenden Lebensraum zu verfallen, sollten wir uns um das gro\u00dfe Ziel bem\u00fchen, auch wenn es noch so unerreichbar scheint: die Erforschung des Weltraums und die Suche nach bewohnbarem Lebensraum.<\/p>\n<p>Und was ist nun mein R\u00fcckschluss aus dieser Erkenntnis auf meine eigene kleine Existenz? Nun, weil das individuelle Leben begrenzt ist, ist es so wertvoll. Wenn es keinen tieferen Sinn, keinen Sch\u00f6pfer, keine Vorbestimmung und keinen allgemeing\u00fcltigen Glauben an sich gibt, dann bleibt es jedem von uns Einzelnen selbst \u00fcberlassen, was er oder sie daraus macht. Man kann sein Leben und seine Zukunft selbst bestimmen oder sich und seine Rolle in der Gesellschaft von anderen definieren lassen. Man kann g\u00fcnstige Gelegenheit ergreifen oder dar\u00fcber klagen, dass man das ganze Leben nie eine wirkliche Chance bekommen hat. Man kann die Intensit\u00e4t des Lebens erfahren, in dem man ein Risiko eingeht, oder man kann sich in die Sicherheit des Alltags fl\u00fcchten &#8211; in der irrigen Hoffnung, das alles bleibt wie es ist. In dem Augenblick, in dem wir eine Entscheidung treffen &#8211; oder auch keine -, die unsere Zukunft beeinflusst, erh\u00f6hen wir unseren Glauben zu einem Quasi-Wissen. Denn niemand wei\u00df, was die Zukunft bringen wird. Das ist der Gund, warum ich hier bin. Ich habe die Entscheidung getroffen, ein selbstbestimmtes Leben zu f\u00fchren und mehr \u00fcber die Welt und mich zu erfahren sowie dar\u00fcber zu schreiben. Keine Ahnung, wohin das f\u00fchrt. Doch ich bin mir so sicher das Richtige zu tun, dass meine Zweifel sich stetig und in fortschreitendem Ma\u00dfe in kleine Logikw\u00f6lkchen aufl\u00f6sen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich blicke in den sternenklaren Nachthimmel und frage mich: Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich hier? 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